Freigeist

Die Bestimmung des Ich im Wir.

Eine Lebensphilosophie

Ich bin der, der ich bin.

Freigeist zu sein, ist die Erkenntnis mit den meisten, den Vielen und ihren Gemeinschaften, eine gemeinsame, verbindende, mitunter auch schützende Basis, gleicher Werte und gleichartiger Wege des Geistes zur Erlangung von Werten, verloren zu haben. Freigeist zu sein ist nicht die Einnahme eines Standpunktes, sondern der Verlust eines jeden, für den Ersatz eines immer nur kurzfristig gültigen und wage erkennbaren Bezugs seiner selbst, auf immer während einwirkende Veränderungen.

Nicht der Verlust an Moral oder ethischen Werten charakterisieren einen Freigeist, obwohl diese sein Denken erst ermöglichen, sondern die Benennung eigener Moral und eigener ethischer Werte, oft fernab der überlieferten oder gesellschaftlich dogmatisierten Vorstellungen. Diese nähren seinen Wunsch, jene Dogmen und Moralien zu entlarven, die zu der eitlen und naiven menschlichen Lebensgestaltung führen, in der der Mensch sich selbst sein schlechtester Freund und seiner Welt der größte Feind ist.

Ein Freigeist liebt die eigene Erkenntnis um ihrer selbst willen, weil sie nicht der Historie der Gesetzmäßigkeiten, sondern den Realitäten in Bezug auf sein Dasein als ein Teil eines faszinierenden, unendlich freien aber auch unermesslichen Ganzen, geschuldet ist. Ein Freigeist ist weder Humanist, noch Idealist oder Theist, er allein ist Realist, da er nicht den Menschen, noch ein Ideal oder einen Schöpfergott, als vorrangig oder höherwertig sieht und sich nicht im Besitz von Wahrheiten wähnt. Jede Unsicherheit ist ihm Ansporn des Ergründens, jede Sicherheit eine Warnung der Stagnation des Geistes, der nur lebt wenn er nicht gebunden ist und sich nur entwickelt wenn er von dem lässt, was bereits entwickelt wurde. Sich für diese Freiheit zu opfern ist dem Freigeist Lust und nicht Last. Das Leben des Freigeistes ist gezeichnet durch erlebtes Unverständnis, erlittene Ausgrenzung und versuchten sowie vollbrachtem, vermeintlich oft gut gemeinten Zwang an ihm und der Freiheit seines Geistes. Sein streben gilt nicht der Größe, sondern der Demut, die ihn Größe erkennen lässt, er sucht nach Schwäche die ihm Stärke offenbart. Er selbst ist sich Richter und Vollstrecker seines Anspruchs noch vor anderen, so kann er nicht gerichtet werden und genügt sich selbst, um nicht anderen genügen zu müssen.

Jene, die einen freien Geist für sich in Anspruch nehmen, nennen sich Philosophen, Freidenker und Freigeister. Jene die sich Philosophen nennen, können auf eine lange erfolgreiche Geschichte zurück blicken, in der sie mitunter die Speerspitze des menschlichen Geistes, als auch letzte Instanz der Vernunft waren. Als sie jedoch ihren, über die Grenzen einzelner Disziplinen hinaus greifenden Anspruch aufgaben und zu einer Wissenschaft wurden, wandelte sich auch ihre universelle Sichtweise, aus der einst ihre großen Erkenntnisse geboren wurden, zu einer disziplinären, in der sich der ursprüngliche Anspruch der Philosophie, die Liebe zur Weisheit in ihrer Ganzheit, nicht mehr verwirklichen lässt. Einstmals hieß, ein Philosoph zu sein, ein nach Erkenntnis Suchender über die Grenzen hinaus denkender Mensch zu sein. Doch es blieb nur ein akademischer Grad als Beweis der Erfüllung der Formalien. Ihre Sicht ist begrenzt durch die Grenzen der Philosophie in sich, die die Ergebnisse ihrer geistigen Exkursionen, nur noch dann anerkennen vermag, wenn diese innerhalb der Formalien ihrer Wissenschaft erreicht wurden.

Jene die sich Freidenker nennen, sind die Knechte der Moral. Sie genießen die wohlige Geborgenheit ihrer Konformität und erkennen nicht, dass ihnen ihr Geist nie eine Erkenntnis gebar. Nie haben sie tief genug gedacht, nie auf den Grund einer Erkenntnis geschaut, weil sie die Dinge schauen, mit den Scheuklappen ihrer Moral. Sie erheben sich auf das Podest ihrer moralischen Unfehlbarkeit, in der sie sich a priori verbieten, die Moral als solche zu hinterfragen. So ist es ihnen verwehrt eine Erkenntnis zu gewinnen, die sich nicht aus ihrer Moral ergibt. Freidenker sind die Propheten der Fehler von gestern, mit den Mitteln von morgen.

Jene aber, die sich Freigeist nennen, sind jene die die Philosophie um ihrer selbst Willen betreiben, in der Form wie sie betrieben wurde, bevor sie Wissenschaft war. Freigeistige Philosophie ist das Studium und die Aufstellung ganzheitlicher, interdisziplinärer Gedankenmodelle zur Erklärung des Seins und der Dinge an sich.  Freigeist zu sein ist nicht das Ergebnis einer Tätigkeit, sondern die unabänderliche Konsequenz einer Lebenseinstellung, die in sich schon so viel Konsequenz ist, das sie nicht die Konsequenz der Amoralität fürchtet. Des Freigeistes Antrieb ist nicht Lohn, sondern Freiheit. Freiheit die aus sich heraus nichts anderes bedarf, als die Freiheit des Geistes und somit auch nur erkannt werden kann, wenn man nichts anderes zu Grunde legt als die Freiheit des Willens. Aus diesem Grunde korrumpiert sich ein Freigeist nicht mit Macht, Geld oder Anerkennung, die jeder für sich einen moralischen Wert und eine soziale Erwartung mit sich bringen.

Als Freigeist zu leben, bedeutet umgeben zu sein von den Gemeinen, so heißen sie, die Gemeinschaft brauchen, noch vor sich selbst. Gemeinschaft mit anderen, aus der sie zu schöpfen suchen, was sie sich selbst nicht sein vermögen, als könne man werden, was man nicht ist.  Gemeinschaft mit den Vielen, um zumindest als Teil eines Großen bedeutend zu sein, so versuchen sie ihre Unbedeutsamkeit  zu vergessen. Gemeinschaft  die sie Staat und Gesellschaft heißen, die ihnen Verwaltung  gibt, da sie sich nicht selbst verwalten können und ihnen Recht benennt, da sie selbst nicht vermögen Recht zu erkennen. Was immer ihnen widerfährt, was immer sie erfassen oder erkennen, alles suchen sie ihrer Gemeinschaft zu offenbaren, da nichts ihnen einen Wert hat, was der Gemeinschaft nicht offenbart wurde. Sie vermögen nicht ihre kleinen Wahrheiten bei sich zu halten und zu bewahren, um den Keim der Weisheit wachsen zu lassen. Sie entblößen ihr Wissen, ihr Empfinden, sogar ihr Innerstes selbst, weil nur die völlige Entblößung ihnen die Gleichheit in der Gemeinschaft verspricht. Sie Fragen nicht, schon die gegebenen Antworten scheinen ihnen genug. Allein das etwas aus ihnen selbst heraus, ein Gedanke oder eine Erkenntnis, geschieht, ist ihnen schon Grund zum Zweifel. Sie weisen und richten, so zeigen sie ihre Unfähigkeit, es über sich selbst zu tun. Die Gemeinschaft bestimmt ihre Werte, allein als ein Wert in ihr. Freiheit und Recht ist ihnen das, was ihnen als solches benannt und gegeben wurde. Ihre Welt ist der Schein, nicht das Sein, daher lieben sie die Unwahrheit, die ihren Schein erhält und hassen die Wahrheit, die ihr Sein offenbart. Sie fürchten den Tod, da er sie ihrer Gemeinschaft entreißt, sowie auch die Freiheit, die aus der Individualität ihre Gemeinschaft bedroht. Sie sind getrieben von Angst und Zweifel. Ihre Welt ist die, der erhofften Unveränderlichkeit, in der der Geist des Wandels, das Krebsgeschwür in ihrer Beständigkeit ist. Ihre Vermessenheit endet nicht einmal davor zu glauben, dass Freiheit und Recht von so niederem Range sein, dass sie es selbst erschaffen konnten. Ihr Misstrauen gilt allem, was sie nicht zu erfassen vermögen. Das Unerklärliche ist ihnen das Unaussprechliche, da in ihrer Gemeinschaft nichts sein kann, was nicht sein darf.

In dieser Dunkelheit des Geistes, aus der Mitte der Gemeinen heraus, beginnt der Weg der Freien, die nicht frei waren, bevor sie es lernten zu sein. Die Freien, die der Gemeinschaft Teufel und Pest in einem sind und deren Wille es ist, selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu leben. Die Freien die ihre Freiheit schätzen und bewahren, da sie erkennen das ihre Freiheit nicht durch, sondern vorab jeder Gemeinschaft gegeben war. Den Freien, denen ihre Freiheit ein unwiderrufliches Recht ist, für das sie streiten und wagen, hoffen und fordern. Misstrauisch werden sie beäugt von jenen, denen ihr Ich zu wenig Wir ist, in einer Welt in der ihr Wir ihr Alles ist. Die Gemeinen mögen meinen das ihr Ich in die Obhut der Gemeinschaft gehöre und die vielen Ich, die ihre Gesellschaft beherbergt, schlussendlich sogar ein eigenes Selbst sei. Doch das Ich, das Eigene, das Selbst  ist nicht ein Vieles und  existiert nur in der Geborgenheit eines alleinigen Seins, es ist der Wert des Seins. In ihrer Gemeinschaft wird aus einem Ich ein Wir, ein Unser und das Unsrige, ein formalistischer Teil einer Menge, eine beliebig befüllbare Bestimmung der Quantität.

Doch Freiheit ist die Selbstbestimmung des Willen, als Bestimmung des Selbst, die Formung und Schaffung des Ich. Freiheit ist kein bestimmte Freiraum der Gemeinschaft innerhalb dem einem Ich Freiheit gewährt wird, sie ist die Ausgestaltung einer Persönlichkeit in all ihren Facetten, allein begrenzt durch das Individuum selbst. Freiheit ist nichts was eine Gemeinschaft erfassen könnte, da diese als ein Wir, keinen Wert für ein Ich besitzt und kein Ich sein kann. Eigenverantwortlich, will der Freie sich selbst gegenüber sein und sein eigenes Ich verantworten. Es ist das Verständnis um die Individualität des Ich und der Wille die Konsequenzen der eigenen Qualitäten zu akzeptieren. Kein Wir, vermag hierüber zu Gerichte sitzen, da jedes Wir ein Vieles ist, welche aus sich heraus die Freiheit des Ich ausschließt. Was Wir ist, kann nicht Ich sein, sowie ich nicht sein kann was wir ist.

Sie die ihr sein, ihrem Wollen unterwerfen, die Freiheit nicht als zugestandenen Freiraum, sondern Freiheit a priori, in allem Leben gegeben sehen, beschreiten einen langen und steinigen Weg ohne Anerkennung und Ziel.

In der Mitte der Gemeinen sind die zu erkennen, die sich auf diesen Weg machen, noch nicht wissend, das sie bereits die ersten Schritte auf diesem Weg gehen. Sie werden die Zweifler genannt. Sich selbst erkennen sie sich an der Empfindung, welches das allseits Normale in ihnen hervorruft. Noch sind sie erfüllt von den Werten die ihnen gegeben wurden, daher zweifeln sie zuerst an sich selbst. Sie erkennen noch nicht die Fremde die sie umgibt und so glauben sie selbst fremd zu sein. Sie erheben sich noch nicht gegen die Werte, dennoch erkennt die Gemeinschaft bereits ihr zögern. Sie suchen nach Antworten, noch ohne Fragen zu können. Viel zu lange haben sie die große Regel des Wissens der Gemeinschaft gelernt: Es gibt keine Fragen außerhalb der Gemeinschaft, weil es keine Antworten außerhalb von ihr geben darf.
Für viele endet hier bereits der Weg in die Freiheit, angesichts der Allmacht der Gemeinschaft. Manchen mag es gelingen zu vergessen, dass sie an die Grenze der Gemeinschaft stießen, für sie ist der Weg zurück ein leichter. Jedoch denjenigen die nicht vergessen können, bleibt nur der Zweifel an sich selbst.

Diejenigen aber die verstehen, das Antworten außerhalb der Gemeinschaft denkbar sind, finden Fragen. Fragen auf die die Gemeinschaft keine Antworten zu liefern vermag. Unverständnis und Misstrauen begleiten sie von dem Tag, an dem sie Kritiker genannt werden. Das Gefühl der Fremdheit ist ihr Antrieb und doch spüren sie, dass nicht sie es sind, die fremd sind. Sie vermögen noch keine Antworten zu geben und ihr Zweifel weicht der Wut. Alles verkehren sie ins Gegenteil, aus ihrer Demut wird Übermut. Stolz verkünden sie das was sie tun, sie üben Kritik und verstehen noch nicht den Unterschied zum kritisieren. Sie erkennen ihre Unterschiedlichkeit zur Gemeinschaft, aber sie wollen nicht erkennen wie sehr sie noch Teil von ihr sind.
Hier endet für einen weiteren Teil von ihnen, der Weg in die Freiheit, angesichts der Allmacht der Gemeinschaft, an der ihre Wut zur Ohnmacht wird, in der sie gefangen bleiben. Ihnen bleibt die Unzufriedenheit.

Diejenigen aber, denen es gelingt ihre Wut zu verlieren, werden Antworten finden und von da an, wo sie Antworten finden auf Fragen die die Gemeinschaft nicht stellte, werden sie Denker genannt. Sie sehen wie fremd sie selbst und die Gemeinschaft ihnen ist. So sehr sie ihre Fremde als ihre eigene verstehen, so sehr kehren sie der Gemeinschaft den Rücken. Ihre Antworten zerstören die Werte der Gemeinschaft ohne jedoch neue zu schaffen. Nicht das Erbauen ihrer Freiheit sondern das zerstören ihrer Unfreiheit ist ihr Antrieb. Sie treiben zwischen der Gemeinschaft, deren Ketten ihre Antworten zersprengten und dem vermeintlichen Ufer der Freiheit, ohne Halt und Hoffnung. Freiheit scheint ihr Ziel, aber sie verstehen nicht das Freiheit kein Ziel und das Ufer unerreichbar ist. Für viele von diesen Wenigen endet hier der Weg in die Freiheit, angesichts der Allmacht der Freiheit, an dem Willen etwas zu vollenden was nicht zu vollenden ist. Ihnen wird die Suche zum Ziel.

Diejenigen aber, die alleinig durch die Kraft ihrer eigenen Gedanken verstehen, dass der Weg des Wissens nicht zu ihrem oder irgendeinem Besitz führt, werden Freigeister genannt. Sie verlieren das Ziel, das Ufer der Freiheit aus den Augen. Ihnen ist es bestimmt ihre eigenen Wege zu wählen, da sie keine Ziele kennen. Ihre Wege bestimmen sich durch die Fragen, die sie Stellen und die Antworten die sie geben, jedes Mal aufs Neue. Sie sind nicht mehr an Wege gebunden die ihnen benannt wurden, oder an Zielen die sie sich einst gaben. So unbestimmt wie ihre Fragen, sind ihre Antworten, denen sie folgen, ohne von etwas abweichen zu müssen. Sie sind selbstbestimmt, da sie die Fragen selbst bestimmen. Sie sind Eigenverantwortlich, da sie ihre Antworten selbst verantworten und dadurch frei diesen zu folgen. Sie handeln und urteilen nicht in der Gemeinschaft, da sie mit ihr nichts gemein haben. Sie zeigen keine neuen Ufer, da sie keine Kenntnis um diese haben. Sie verlassen alle Wege, da sie keine Ziele haben.

So sie aber nun Freigeist sind, so wird ihnen das Leben eine immer währende Prüfung. Prüfung an sich selbst, nicht der Versuchung zu erliegen, zu offenbaren was ihnen offenbar wird. Der Lüge würde man sie bezeichnen, falls ihnen nicht schlimmeres widerfährt. Sie, die Gemeinen, nennen alles Lüge, was ihre Gemeinschaft ihnen nicht als Wahrheit offenbart hat oder gegen ihre Regeln verstößt, und den, der seine eigene Wahrheit nicht aufgeben kann, einen Lügner. So sehr fürchten sie eine Wahrheit, die nicht die Ihre ist, dass sie nicht davor zurück schrecken, den mit Strafe zu bedrohen, der nicht ihrer Wahrheit folgen will. Im ersten Schritt ihrer Strafe nennen sie ihn Lügner. Von da an ist der so Benannte, aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen und alles was er sagte und sagen wird, wird für sie unwahr sein. Nichts darf die Wahrheit der Gemeinschaft  in Frage stellen oder das Gift des Zweifels sähen. Ihre Gemeinschaft sucht Schutz vor der ihr fremden Wahrheit, indem sie sie ausschließt. Reicht es aber nicht aus, die fremde Wahrheit auszuschließen, oder hat sie bereits den Zweifel genährt, hält die Gemeinschaft Gericht über den der ihr die fremde Wahrheit gebracht hat. Diese fremde Wahrheit, die keinen Anspruch erhebt, gemessen zu werden an den Regeln der Gemeinschaft, wird nun genau an diesen Regeln bemessen. Bestraft soll sie werden in den Augen der Gemeinen, in dem Maße in dem sie gegen die Regeln der Gemeinschaft und ihrer Wahrheit auf begehrte. Das Auge der Gemeinschaft ist bereits so trübe, dass sie nicht zu erkennen vermag, dass jenes Fremde nicht an ihren Regeln messbar ist, da sich die Fremdheit erst daraus ergibt nicht sie zu sein. Nichts was der Gemeinschaft nicht eigen ist, vermag an ihren Regeln zu bestehen, so wie ihre nicht an fremden Regeln bestehen könnten. Sollten die Strafen die ihr Gericht verhängt nicht ausreichend sein, den zum Schweigen zu bringen, der ihre Wahrheiten nicht akzeptiert, erkennen sie endlich seine Fremdartigkeit. In einer Gemeinschaft deren Anspruch der Besitz der einzig richtigen Wahrheit ist, ist Fremdartigkeit keine Deklaration der Andersartigkeit, sondern das Stigmata eines Zustandes der zum Schutze der Gemeinschaft, zwingend geändert werden muss. In den Augen der Gemeinschaft scheint es nicht möglich außerhalb von ihr zu stehen, zu handeln oder auch nur zu denken, fremd zu sein. In der Logik der Gemeinschaft, das nicht sein kann was nicht sein darf, ist jener, der ihre Wahrheit nicht als die seine will, vor sich selbst zu schützen. Gleich einem an seinem Geiste erkranktem, wird der Freigeist nun entrechtet, auf das er sich der Behandlung nicht mehr entziehen kann, einer Behandlung die sobald sie begonnen hat nur noch zwei Wege offen lässt, entweder die Entsagung dessen, was die Gemeinschaft für falsch erkannte, oder für den Fall das dieses nicht gelingt, die dauerhafte ruhig Stellung, dessen der die Wahrheiten der Gemeinschaft leugnet.

Mögen die Gemeinen auch glauben, das ihr handeln richtig sei, so sehen sie doch nicht, das jene, denen sie dieses widerfahren lassen, weit lieber ihr Wohl und ihr Sein aufgeben als das, dessen sie so unbedingt beraubt werden sollen, ihren freien, nicht der Gemeinschaft und ihren Regeln folgendem Denken und Handeln, dem freien Geist, der sie zu dem machte, was die Gemeinschaft so sehr fürchtet, das sie schon die Existenz dessen alleine zu beenden sucht.

Dabei sind sie es, in ihrer Gemeinschaft, gleich einem Fisch im Wasser, als Lügner die beständig umgebende Lüge aufsaugen. In einer Gemeinschaft in der, derjenige als wertvoll erachtet wird, der mit Wissen und Wollen die Unwahrheit sagt, sofern er dieses tut um die Gemeinschaft vor unangenehmen Wahrheiten zu schonen, ist die Lüge akzeptiert, als Mittel des Erhaltes des Gemeinwohls. Wie aber lässt sich dann sagen, das eine solche Gemeinschaft auf dem Werte der Wahrheit basiert. Eher ließe sich doch wohl sagen, dass die Gemeinschaft auf dem Allgemeinwohl, als auf der Wahrheit basiert. Wenn aber das Gemeinwohl vor aller Wahrheit steht, wie ließe sich dann jemand richten, der dieser Gemeinschaft nicht angehört und sein für Wahr halten nicht aufgeben will. Was kann überhaupt als richtig gelten, wenn niemand zu wissen vermag wie viel schonende Unwahrheit darin verborgen ist.

Daher benennt der Freigeist die Unwahrheiten, aber schweigt zu den Wahrheiten. Zum einen da es leicht ist die Unwahrheiten in ihrer Offensichtlichkeit zu erkennen aber unendlich schwer in den Besitz einer Wahrheit zu kommen und zum anderen da er wissend genug um seine Unvollkommenheit ist, um nicht zu glauben, dass ihm die Wahl leicht fallen würde, wenn man ihn und seinen Geist gegen seine Freiheit, vielleicht sogar sein Leben in die Waagschale zwingt. Leichter ist es ihm, seine Wahrheit zu verschweigen und Verachtung und Ausgrenzung zu ertragen.

Freigeist zu sein, ist nicht eine selbst gestellte Aufgabe, nichts was man tun kann. Es ist etwas was einem widerfährt und dessen man sich erst bewusst wird, wenn es einem bereits widerfahren ist. Bewusst durch die Sicht, die man auf die Dinge, sowie die Menschen und ihr Handeln hat.

Es geschieht das die Antworten, die ein Freigeist findet, eine gewisse Popularität erlangen. Dies ist unabhängig ob im kleinen oder großen Kreise, nicht dem Wunsch geschuldet, populär zu sein, sondern ein Produkt jener Antworten die von großer Einfachheit geprägt sind und damit auch ohne in ihrem ganzen Ausmaße verstanden zu sein, eine gewisse Lehre in den Köpfen der Zweifler und Kritiker zu füllen vermögen. Diese Popularität führt zu der Erlangung von Zustimmern, die sich bisweilen Freunde nennen. Man mag streiten, was ein Freund sei und wie man ihn erkenne, doch dieser Streit ist überflüssig, da die solcherart inspirierten, sich selbst so bezeichnen. In kaum etwas steckt eine größere Unsicherheit und Gefahr, als in einem  selbst ernannten Freunde. Diese Freundschaft nährt sich aus Sympathie, als Dank für die Inspiration aus gegebenen Antworten. Genau so unsicher wie es sich sagen lässt, wie man sich eine Freundschaft zugezogen hat, in gleichem Maße unsicher sind die Kriterien die dazu führen diese Sympathie wieder zu verlieren. Die Wahrscheinlichkeit gebietet, dass die Sicherheit des Verlustes der Sympathie, analog dem Zeitraum steigt, der Sympathie verletzende Handlungen möglich macht. Was bleibt ist ein verlorener Freund, der mindestens in gleichem Maße Feind wird, wie er zuvor Freund war. Daher vermeidet der Freigeist Freundschaften, da diese ausschließlich zu Feindschaften führen.

Es geschieht das der Freigeist auf jene trifft, die sich die Wissenden nennen. Von ihnen gibt drei. Die einen die Hoffen zu Wissen, die anderen die Glauben zu Wissen und jene die Wissen zu Wissen.

Jene die Hoffen zu Wissen, sind die Ängstlichen. Im Grunde ihrer selbst erahnen sie ihr Unwissen, doch ihr Antrieb ist die Hoffnung, die sie vor der Dunkelheit ihres Unwissens bewahren soll. Ihr Wissen hat einen schönen Klang und ist von großer Leere, das ist alles, was ihr Wissen ist. Sie hoffen, Wahrheiten entfliehen zu können.

Jene die Glauben zu Wissen, sind die Einfältigen. Sie sind von dem was sie zu Wissen glauben so sehr überzeugt, das ihnen jeder Zweifel fremd ist. Jede Kritik an ihrem Wissen, ist ihnen Kritik an ihnen selbst. Ihr Wissen lebt nicht von Erkenntnissen, sondern von der Darstellung ihrer selbst. Ihr Wissen ist das Wissen der großen Reden und Predigten. Sie glauben, Wahrheiten benennen zu können.

Jene die Wissen zu Wissen, sind die Vermessenen. Sie sind die Hohepriester des Beweises und der Beweis ist ihnen das höchste Wissen. Ihr Wissen ist die Begründung, die immer ausladender ist als ihre Erkenntnis. Sie stellen ihr Wissen noch vor die Wahrheit.

Die Wissenden sind die Führer der Gemeinen und ihre Führung wurde ihnen zur Kunst. Eine Kunst die Wissen schafft und so nennen sie diese Wissenschaft. Sie diagnostizieren, verifizieren und dozieren in solcher Flachheit, das ihnen schon die geringste Erkenntnis, der Beweis ihrer Allwissenheit ist. Dieses genügt ihrem Anspruch Wahrheit zu sein und so glauben sie sich im Besitz dieser. Keine Erkenntnis ist ihnen heilig genug, als das sie dieser, nicht die Krone der absoluten Wahrheit über stülpen wollen. Das schaffen von Wissen ist ihnen wichtiger als die Erkenntnis und so schufen sie zu jedem Erkenntnisfeld eine Wissenschaft, da ihnen jede Erkenntnis nur dann genügt, wenn sie eine wissenschaftliche ist. Lange werden sie brauchen, bis sie verstehen, dass ihre empirische Wissenschaft kein Wissen  schafft, sondern ihr Wissen auf empirische Erkenntnisse begrenzt. Soviel Hochmut steckt in ihrer Wissenschaft, dass sie glauben, ihre von simplen natürlichen Abläufen abgeschaute Welt, sei das Ergebnis ihrer Erfindungsgabe. Doch kein Element, kein Leben wurde je von Ihnen geschaffen. Sie wähnen sich in Kreisläufen die sie zu kontrollieren glauben. Wie wollen sie kontrollieren, was sie nicht einmal verstehen?  Sie glauben an einen immer währenden Fortschritt. Sie sehen nicht das Fortschritte in geschlossenen Systemen endlich sind. Sie erkennen nicht, dass Demut ihnen eine Zukunft schenkt, während Hochmut sie ihrer beraubt.

Selbst ihr eigenes Ich ist ihnen so zweifelhaft, das sie eine Wissenschaft dazu erfanden. So benennen sie alles als krank, was nicht ihrer Norm entspricht. Diesen Frevel an der Vielschichtigkeit ihres eigenen Gemüts nennen sie Psychologie. Ein dunkles Gespinst der Normierung des Geistes, ist diese Tyrannei gegen fremde Gedanken. So ist dieser orakelnde Pragmatismus ihr schärfstes Schwert, gegen die Freiheit des Geistes.

Auch dort wo das Wissen das Nicht-Wissen ist, fühlen sie sich berufen Wissen zu schaffen und sehen nicht das ihre Wissenschaft der Philosophie, jeglichen Anspruch einer Philosophie verloren hat. Nicht oft genug kann man es sagen. Philosophie ist keine Wissenschaft, vielmehr ist sie eine Geistestätigkeit die Wissenschaft, durch ihren ausgeprägten spekulativen Charakter ausschließt. Sie ist bestrebt das Wesen des Seienden zu ergründen und beschäftigt sie sich mit den Grenzen die sich aus wissenschaftlichem Wissen ergeben und zielt auf den sinnvollen Einsatz eines Nichtwissens, eben den Bereichen in denen ihre Wissenschaften keine Antworten zu geben vermögen. Wahre Philosophie verfügt nicht über eigenes Wissen zu den Dingen, sie will nicht mehr sein als eine Methodik zu dem Nichtwissen um die Dinge sein.

Sie aber haben die Philosophie gespalten, in eine Wie-Philosophie, eine theoretische Philosophie die ihnen zu erklären sucht wie Erkenntnis erfolgt, hierzu zählen ihnen die Erkenntnistheorie, die Wissenschaftstheorie und die Sprachphilosophie und dem Gegenüber eine Was-Philosophie, jene praktische Philosophie die ihnen zu erklären sucht, was sie vermeintlich erkennen können, die ihnen die Ethik, die Rechtsphilosophie, die Geschichtsphilosophie, die Kulturphilosophie und die Sozialphilosophie sind. Sie sezieren, filetieren und analysieren, niemals jedoch sieht man sie philosophieren, da sie um dieses zu vermögen zuerst über die Teilungen hinweg schreiten müssten, die sie Philosophie nennen.

Sie wollen leiten, doch sie verleiten nur, die Diener der Wissenschaft denen ihr treiben zur Religion wurde. In ihrer Welt, die ihren Fortschritt an der Mechanisierung und Digitalisierung misst, sind ihre Wissenschaftler die dieses ermöglichen, in den Stand der Hohepriester erhoben. Nicht ihre Lehren, die kaum jemand in ihrer Gänze versteht, machen sie populär, sondern die scheinbar alles erklärende Wissenschaft, denen sie vorstehen, erzeugen das Bild der Allwissenheit. Fragen nach dem tieferen Sinn des Seins, dem Ursprung der Dinge, den universellen Werten werden mit ihrer Hilfe, aus physikalischen Parametern heraus orakelt und ein empirisches Weltbild mittels physikalischer Wirkmuster zu einer pseudoreligiösen Allwissenserklärung postuliert, in dem jeder von ihnen, nicht mehr als die Summe seiner physikalischen Muster ist.

Würden sie erkennen, jeder für sich, was offenbar ist, so würden sie sich abwenden von ihrer Gemeinschaft. Ihre Gemeinschaft deren Regelwerk der Rationalität huldigt und vergisst, dass jedes Individuum nicht nur rational, sondern auch immer emotional agiert. All ihre Ideologien, die Geburten ihrer versuchten Rationalität, sind sterbende Konstrukte des infantilen Wunsches, den perfekten Teilhaber ihrer Gemeinschaft zu kreieren. Jeglicher Beweis einer individuellen Bewertung, der emotionalen Reaktion des Einzelnen selbst, ist ihnen Beweis der Schwäche und so erkennen sie nicht, dass die Ratio und die Emotion nur in gemeinsamer Interaktion, erst das kreiert, was Mensch sein ist. Wie sollte je ein gemeinschaftliches System erschaffen werden, dass den gewollten Zufall der Emotion, in einem allgemein bindenden Regelwerk vereint. Wie sollte je eine Definition, die unbegrenzte Anzahl möglicher Reaktionen, als individueller Ausdruck der Sichtweise eines Einzelnen, in sich vereinen. Niemals wird die Gemeinschaft den evolutionären Willen und seine Notwendigkeit, der sich erst in individueller Entscheidung äußert, zulassen.

So geschieht es das der Freigeist als verrückt gescholten wird. Die so sprechen sind die Verwirrten. So sehr sie sich in ihrem Wir ver-wir-ren, so wenig erkennen sie das Lob, aus ihrem Wir ver-rückt zu sein, aus ihrer Mitte, die das Große schmäht und das Geringe lobt. Ihre ver-wirr-te Welt ist die Gemeinschaft der Wertlosen, da ihr ich von eigenen Werten gelöst sein muss um gemeinschaftliche Werte zu loben.

So sehr sie sich auch bemühen ihr Ich zu blenden, gelingt es ihnen doch nicht ihr ver-wir-tes Ich zu beruhigen und so leiden sie unter ihrem Wir so sehr, dass ihnen Glück zur Droge des Vergessens um ihr eigenes Ich geworden ist. Ihre Gemeinschaft ist hedonistisch und jeder unter ihnen stellt all sein Denken und Handeln unter einen Zweck, der Erfüllung von Wünschen die sie sich selbst geben, zur Erlangung von Glück. Ihr Wir hat ihnen Glauben gemacht, Glück sei ein Wert in sich und könne durch Erfüllung ihrer Oberflächlichkeit erlangt werden, schlimmer noch, überhaupt nur durch sie erreicht werden. So wenig Tiefe haben sie in sich, das sie glauben, die Dinge an sich seien jene die sie besitzen oder kaufen könnten. Sie erkennen nicht, dass Glück kein Wert, sondern die Frucht des Einklangs mit den Dingen an sich ist und so wundern sie sich in der Leere ihres scheinbaren Glücks, wie kurzlebig ihr Glück doch ist. Nie vermögen sie es zu halten, nicht einmal zu fassen, da es ihnen immer nur an den Werten ihrer Gemeinschaft haftet, die erlangt werden müssen, um das Glück zu erlangen. Von der Wiege bis zur Bahre hasten sie ihrem Glück hinterher, das ihnen immer neu und schemenhaft gleich einer Fata Morgana von ihrer Gemeinschaft benannt wird, um am Ende ihres Weges sich zu trösten, ihr Glück doch noch im Tode zu finden. Ihre Gemeinschaft schuf ihnen ihr Glück, zur Erhaltung ihres immer währenden Antriebs, zum nutze der Vielen. In einer Gemeinschaft der Vielen kann auch ihr Glück, nur ein Vieles sein. So ist ihnen die Quantität das höchste Gut und die Qualität nur eine Norm zur Veredelung von Massen. Sie aber sind gefangen im Unglück, dem Zustand des nicht erlangten Glücks und wähnen sich in kurzen Momenten des Glückes, welche doch nicht mehr sind als kurze Abwesenheiten ihres Unglücks, wenn sie sich einen Wunsch erfüllt haben, den ihre Gemeinschaft benannte, bevor ihnen ein neuer benannt wird. Der Freigeist aber erfährt ihr Unglück nicht, da er nicht nach ihrem Glück strebt.

Sie die Gemeinen, rühmen sich ihrer Intoleranz, die sie selbst Toleranz nennen. Toleranz vermögen sie nur gegen Großes zu verüben. Nicht Einsicht in das Wesen der Toleranz führt sie dazu, sondern ihre kleingeistige Angst, die sie lehrte jede Konsequenz zu meiden und so das Große zu fürchten. Im Kleinen aber strafen sie die geringsten Verfehlungen gegen ihr Regelwerk, frei von Angst hierfür zur Rechenschaft gezogen werden zu können. Darum meidet der Freigeist die Toleranz der Gemeinen, die immer dort endet wo sie ihre Angst vor der Konsequenz verlieren.

Sie flüchten in den Glauben an ihre Götter, die ihnen ihr Heil nach dem Tode versprechen, da sie ihr Heil im Sein nicht finden. Nichts anderes können sie ihnen versprechen, denn sie sind geschaffen von ihnen selbst und die, die sie schufen, kannten das Geheimnis um sie. Es ist die Botschaft ihrer Götter, die auch die Botschaft ihrer Gemeinschaft ist und sie lautet: Zweifel nicht, Glaube.
Darum hütet sich der Freigeist vor dem Glauben, der ihn vom Zweifeln befreien will.

Sie achten das Ich so gering und loben das Wir so sehr, das ihnen Mehrheit das höchste Ziel, die Legitimation all ihres Handelns ist. Mehrheit und mag sie noch so sinnlos sein, reicht ihnen zur Herrschaft, sie nennen das Demokratie. Allein die Quantität ist ihr Maß, die Qualität ihnen nur Bürde. Allein die Vielzahl ist ihnen Recht genug, sich jeder Minderheit zu bemächtigen. Die Macht der Masse gibt ihnen das Recht zu richten, zu strafen und die Welt mit Tod und Vernichtung zu überziehen, um jeglichen Wert und Sinn mit ihrem Gesetz der Quantität zu überziehen. Darum meidet der Freigeist die Demokratie, da er sein Ich nicht der Diktatur der Massen opfern will.

Ihre Gemeinschaft, heuchelt ihre Friedfertigkeit. Selbst den Krieg begründen sie mit Frieden. Sie nennen ihr töten und rauben, Befriedung, so wie sie glauben machen wollen, das ihre Armeen und Bomben den Frieden bringen. Doch niemals brachte Feuer das Wasser und Krieg nur immer den Krieg. Sie glauben ihr töten sei gerecht, so das daraus das Recht entstünde Krieg zu führen. Sie sehen nicht, wer um die Erhaltung einer Ideologie tötet, stellt eine Idee über das Leben und ist der skrupelloseste aller Mörder. Sie mögen ihre Kriege verklären und ihre Mörder mit Orden zu Helden machen, doch nie werden sie die Hülle von dem Inhalt befreien, den Krieg vom Mord. Darum  entzieht sich der Freigeist dem Kriege. Es schreckt ihn nicht das töten, aber kein Leben ist so gering, dass es für die Rechtfertigung einer Gemeinschaft, zu töten angemessen wäre.

In ihrer Gemeinschaft der Zielstrebigen sind Ziele unentbehrlich, so das all ihr handeln auf solche gerichtet ist. Sie sehen nicht, das die Benennung eines Ziels, immer zuerst die Bestimmung eines Weges ist. Sie sehen nicht, dass die Bestimmung eines Weges, immer zuerst der Ausschluss aller anderen Wege ist. Sie erkennen nicht, dass erst die unbegrenzte Anzahl möglicher Wege, die Vielfalt des Lebens ausmacht und begrenzen diese Vielfalt durch Ziele. Der Freigeist folgt keinen Zielen, da er sich nicht zu wissen anmaßt, welche Wege die richtigen sind.

In ihrer Gemeinschaft ist der Einzelne nicht mehr als ein Werkzeug ihrer Ziele und ihr Ziel ist das immer mehr. Das Mehr ist ihr Sinn und der Mehrwert sein Ausdruck. So ist das Mehr und sein Mehrwert den Gemeinen zum Sinn ihres Lebens geworden. Arbeit ist ihre Grundlage zur Erreichung der Ziele, der kein Einzelner bedarf doch ihre Gemeinschaft braucht und ihr Produkt, der Mehrwert schafft erst den Wert des Einzelnen in ihrer Gemeinschaft. Es ist die Knechtschaft des Einzelnen zum Nutzen der Vielen. Sie sehen nicht wie sinnlos ein Leben ist, wenn es seinen Sinn aus seiner Produktivität für eine Gemeinschaft erfahren muss. Wie wenig muss ihnen ein Sinn sein, wenn sie keinen eigenen finden? Wie wenig ist ihnen ihr Leben, wenn sie die Erfüllung in definierten Arbeitsabläufen finden? Wie wenig Geist ist ihnen geblieben, dass sie ohne Arbeit sich selbst zu viel werden? Wie wenig sind sie ihrer Gemeinschaft, wenn ihr Nutzen sie bemisst? Der Freigeist hält sich von Arbeit fern, da er sein Sein nicht den Zielen der Vielen opfern will.

In ihrer Gemeinschaft ist die Armut das Stigmata, an dem sie die Wertlosigkeit des Einzelnen für ihre Gemeinschaft erkennen. Die Angst der Gemeinen vor der Ausgrenzung durch Armut ist so groß, dass sie sich jedem Joch unterwerfen, das sie vor dieser Ausgrenzung bewahrt. Doch nicht die Armut des Ich, nur die Armut am Mehrwert ist das was sie fürchten. Nicht wer da arm im Geiste, oder am Gemüt ist, scheint ihnen in Armut gefangen, nur der Mangel am Gelde gilt ihnen als arm. Ihr ganzes Leben mühen und plagen sie sich, nicht dieser Armut anheim zu fallen und doch ist all ihr streben vergebens, ein jeder von ihnen geht so arm wie er gekommen war. Sie raffen und horten, gieren und neiden, als könne auch nur einer von ihnen mehr als satt essen, oder in mehr als einem Bett schlafen. Je größer eines jeden Angst, vor diesem Schmerz der Armut, desto einfältiger sind seine Begründungen, dieser Armut zu entrinnen. Sie sind dem Wahn verfallen das Lebensqualität sich in Besitz bemisst und sehen nicht den eigenen Verlust an Leben, den ihr Besitz mit sich bringt. Gehetzt und geschunden an Geist und Gemüt, zermürbt auf der nie enden wollenden Flucht, vor dem permanent lauernden Abgrund der Mittellosigkeit, ist ihr Leben ein beständiges Leiden, zum Nutzen der Gemeinschaft. Der Freigeist aber, fürchtet sich nicht vor der Unbequemlichkeit der Armut, da er sich an einem Reichtum nährt, der nur in Armut entsteht.

In ihrer Gemeinschaft ist das Streben nach Anerkennung, ein nie enden wollender Akt der Selbstaufgabe, so das der Besitz dessen was sie zum Leben brauchen, nicht Grund zur Einhalt ihres selbst zerstörerischen Strebens ist. Eitelkeit ist die Triebfeder ihres Wahnsinns nach immer mehr. Geschürt durch die Eitelkeit der Gemeinschaft vermag die Eitelkeit des Einzelnen kein Maß zu kennen. So ist es der drohende Verlust der Prestigehandlungen und -güter oder neidbesetzter Erfolgsdevotionalien welcher ihnen so zusetzt. Sie sind die Territorialmarken ihrer Loyalitätsstandpunkte innerhalb ihrer Gemeinschaft. Sie sehen nicht wie wenig sie noch Mensch sein dürfen um Teil ihrer Gemeinschaft sein zu können. Der Preis ihres Besitzes bleibt ihnen verborgen. An jeden ihrer Besitztümer hat ihre Gemeinschaft Ketten der Solidarität zu ihr geschmiedet, so können sie nur besitzen wenn dies nach den Regeln ihrer Gemeinschaft geschieht. Jedes Gut muss von der Gemeinschaft oder ihren Vertretern erworben werden, ein Umstand den sie erreicht, indem sie einem jedem Gut das Recht der Existenz außerhalb oder ohne Zweck für sie aberkennt und alles was noch nicht erworben ist, ihrem Eigentum unterstellt. Doch selbst gesetzt dem Falle, dass ein Gut im Besitze übergeht, so bleibt es doch immer im Recht der Gemeinschaft, da sie den Gebrauch des Gutes, auch im Weiteren, nur im Sinne und zum Zwecke ihrer Vorgaben gestattet. Hieraus bildet die Gemeinschaft ihr scheinbares Recht jeglichen Besitz und damit auch seinen Besitzer zu kontrollieren. Sie sehen nicht was ihr Besitz gebiert. Aus jedem Besitz ergibt sich eine Anzahl derer, die diesen Besitz nicht haben und ihn somit neiden, als auch eine Anzahl derer, die diesen Besitz nicht wollen und somit bemitleiden. Neid aber führt zu boshaften Taten, sowie Mitleid zu boshafter Hilfe führt und beides verhindert die Freiheit eines Miteinanders.
Der Freigeist ist aber bemüht, frei und unvoreingenommen zu sein und sein Wunsch ist, dass ihm gleiches widerfahre. Daher versucht er Besitz zu vermeiden um seine Freiheit zu erhalten. Ist ein Besitz aber nicht zu vermeiden, so sucht der Freigeist ihn zu verbergen, so das der Nutzen aus ihm, nicht durch die Übel aus ihm, vergällt werden.

Sie die Gemeinen, sie bestimmen sich Vertreter und ihre Vertreter sind das, was sie sich nicht trauen zu sein. So lassen sie für sich sprechen, streiten und auch regieren, auf das ihnen jeder Konflikt und jede Konsequenz erspart bleibe. Leicht kann reden, wer sein Wort nicht erheben muss. Leicht kann richten, wer nicht vollstrecken braucht und auch der Schwächste vermag zu streiten, wenn er sich nicht einsetzen muss. So ist ihre Gemeinschaft, die der großen Reden, der schnellen Urteile und des immer währenden Streits. Die Vertreter sind die Stärksten unter den Gemeinen und es ist ihnen leicht ihre Stärke zu zeigen, da in ihrem Handeln keine Verantwortung liegt für das was sie tun. Sie erkennen nicht das ein Handeln ohne Verantwortung immer verantwortungslos ist. Der Freigeist aber meidet die große Reden, sowie das schnelle Urteil und den Streit, da er nicht Vertreter der Vielen sein will.

Ihre Gemeinschaft ist die der Schwäche und der Rücksichtslosigkeit. Ihr Glauben ist, dass diese Welt, allein ihrem Nutzen dient und dieser Nutzen Grund genug für jede ihrer Handlungen ist. Für sie ist Fortschritt Wohlstand und sie wähnen ihr Wohlergehen als grenzenlos. Ihre Gier ist ebenso maßlos wie die Einfältigkeit mit der sie diese rechtfertigen. Sie erkennen nicht das jede ihre Handlungen die Ursache für das ist, was ihnen widerfahren wird. Sie suchen den Schutz der Vielen die ihre Stärke sind und ihre Angst lähmt jeden ihrer Schritte. Ihnen ist Sicherheit das höchste Gut und die Macht ihrer Gemeinschaft das höchste Glück. Sie lieben die beruhigende Lüge und verachten die offenbarende Erkenntnis. Nichts hat ihnen soviel Recht, als das sie nicht ein höheres hätten. Keine Leben ist ihnen so wertvoll, als das ihres nicht wertvoller wäre. Keine Pflanze und kein Tier hat ihnen einen höheren Wert, als der Nutzen für sie. Nichts was ist, ist ihnen mehr als ihr Nutzen daraus. Kein Sein ist ihnen erhaben genug, als das sie es nicht glauben, es ihrem Wollen unterwerfen zu können. Wo sie sind, bleibt für alles andere nur Knechtschaft, Leiden und Tod. Sie erkennen nicht ihren eigenen Wahn und glauben an sich, als die Krönung der Schöpfung. Der Freigeist aber meidet die Gemeinschaft, da ihn ihr Wahn erbost und ihre Schwäche beschämt. Er sucht das Sein, welches unbefleckt von ihrem Treiben, die Antworten auf seine Fragen zu geben vermag.

Sie, die Gemeinen, sie sehen sich als die Sinngebenden. Alles wollen sie mit einem Sinn beseelen und so ist es immer der Sinn ihrer Gemeinschaft, mit denen die Dinge behaftet sind. Sie sehen nicht, dass ihr Sinn, den sie den Dingen geben, immer nur einem Zwecke, nämlich ihrem Ziele folgt. Sie sehen nicht, dass die Dinge schon Sinn waren bevor sie ihnen, ihren gaben. Ewig ist ihre Frage, nach dem Sinne. So haften an ihren Vorstellungen, mit den sie die Realitäten befüllen, gleich so als seien ihre Vorstellungen mehr als ein Gespinst ihrer Wünsche. Sie heißen diese Ideale, Ethik, Moral und Ästhetik und so wie sie wünschen, das diese Wahrheiten wären, so belegen sie diese mit Dogmen. Um nicht den Zweifel des Nichtwissens in sich tragen zu müssen, ist ihnen ein für wahr halten, schon Wahrheit genug. Sie erfassen nicht, dass ihre Vorstellungen nur beruhigendes Blendwerk sind und verstehen nicht, dass keine Wahrheit so gering ist, dass sie sie mit ihren Vorstellungen ergreifen könnten. Sie lassen nicht von ihren Erklärungen, die immer nur die der Rechtfertigung ihrer selbst, ihres Seins und ihrer Gemeinschaft sind und so versuchen sie sich selbst zu erklären und mitunter auch die ganze Welt, als sei ihre Rechtfertigung die Erklärung der Dinge an sich. Doch auch ihr Sein ist begrenzt und die Schamlosigkeit ihres Tuns ist endlich. So ängstigen sich auch vor der Zeit. Die Zeit scheint ihnen zu entrinnen und droht ihrem Treiben ein Ende zu setzen. Endlos scheinen ihre Versuche das unablässige Wirken der Dinge zu messen, zu teilen, zu planen. Sie sehen ihr Leben in einem Fluss der nicht ist. Sie sehen nicht, dass die Zeit nichts ist, was sie fassen können, sondern an den Dingen haftet, die auf sie wirken. Zeit macht ihnen glauben, das die Dinge sich verändern und lässt sie nicht erkennen, das nichts sich verändert sondern unaufhörlich alles neu geschaffen ist. Sie erkennen nicht das Zukunft und Vergangenheit, Konstrukte ihrer Vorstellung sind, dass das Sein nur im Jetzt existiert. Der Freigeist aber, will der Zeit nicht entfliehen, die ihm das wirken der Dinge zu zeigen vermag und im Jetzt weder Anfang noch Ende hat.

Freigeist zu sein ist die Erkenntnis um das eigene Sein in einer Welt die als Wahrheit so absolut ist, dass sie in ihrem Umfang und ihrer Wirkung weder benennbar noch erfassbar ist.

Freigeist zu sein ist das Bekenntnis zur Realität, die unser einziges Sein ist und doch nicht Wahrheit sein kann.

Freigeist zu sein, ist das Wissen um die eigene Schwäche, die das fehlende Wissen um das absolute und Ganze, mit Vorstellungen ersetzt, die keiner Wahrheit aber unseren Wünschen geschuldet sind..

Freigeist zu sein, bedeutet keinen Widerspruch in sich, aber einen Widerspruch an sich, in der Gemeinschaft.

Ich bin der, der ich bin.

 

Heinz Sauren im September 2009

3 Kommentare zu “Eine Lebensphilosophie

  1. Martina
    August 15, 2016

    Was für ein Text … zum ersten Mal habe ich das Gefühl etwas zu lesen, das mein Empfinden und meine bisherigen Erkenntnisse widerspiegelt!
    Meine Schwierigkeit liegt leider im verbalen Ausdruck dieser Gedanken und Empfindungen. Auch deshalb ziehe ich mich immer mehr in die Rolle des Beobachters zurück, weil ich sowieso kaum jemandem erklären kann, wie ich die Welt und das Leben sehe – und sich eh die wenigsten dafür interessieren.

    Ich habe mich freiwillig und bewusst an den „Rand der Gesellschaft“ zurückgezogen, weil mir gar nichts anderes übrig blieb um zu überleben.
    Wenn es da nur nicht so verdammt einsam wäre … denn ich bin der Meinung, Gesellschaft bzw. Gemeinschaft ist nicht unbedingt per se etwas negatives, sondern kann oder sollte etwas angenehmes mit sich bringen. Ich bin zwar sehr gerne alleine, doch mir fehlt schon der Austausch mit ähnlich Denkenden.

    Nun ja, wie auch immer … jedenfalls,
    DANKE für dieses Manifest!

  2. Der Duderich
    April 13, 2012

    Sehr schönes Manifest. Vielen Dank dafür! Habe diese Seite und ihren Blog auf meiner Seite verlinkt.

    • Gustav Staedtler
      März 11, 2013

      FREIGEIST UND WAHRHEIT.
      WAHRHEIT MUSS UND KANN NUR ABSOLUT LOGISCHES SEIN SEIN.
      Und von daher gibt es in dieser Welt nur sehr, sehr wenig Wahrheit und sehr, sehr wenige Freie, wahrheitsliebende Psychen.
      Und folglich dessen ist das meiste, was man in dieser Welt als Wahrheit bezeichnet, in keinster Weise Wahrheit.

      Wenn es sich aber so verhaelt, dass die Wahrheit frei macht, dann kann auch der Freigeist nur in der Wahrheit und aus der Wahrheit sein, dann kann der Freigeist auch nur ein Wahrheitsgeist, ein Wahrheitswilliger Geist sein, ein freier Geist kann also nur in der Verbindung mit Wahrheit sein, und anders gibt es keinen Freigeist.
      Also wenn die Wahreit frei macht, dann macht die Wahrheit auch den Geist frei, folglich dessen der Wille zur Wahrheit dann schon der Freigeist und also freier Geist ist, das ist naemlich der Wille zur Freiheit im Denken als auch im Handeln.
      Um Freigeist wirklich zu sein muss man schon Sein sein, um wirklich frei sein zu koennen.
      Das heisst, dass der Freigeist immer schon ewiges Sein war und also das Reine IST ist. Derartige Erkenntnisse sind Teil von BEWUSSTSEINSREINIGUNG und Geistreinigung.

      „ICH BIN DER ICH BIN,“ dies kann auch jeder andere Geist von sich sagen, also auch der SEXOS, denn dies ist Verstaendnissache.
      „ICH BIN DAS (EWIGE) REINE SEIN,“das kann nicht jeder Geist von sich sagen.

      Ein Elephant ist auch ein „ICH BIN DER ICH BIN.“ Ob der ELEPHANT allerdings weiss, was ein Elephant wirklich ist, ist fraglich. Was weiss ein Unwissender, ein Ungebildeter ueber sich zu sagen, und was kann er mit dem Wortbegriff ELEPHANT anfangen.?
      Die Wissenden sagten ELEPHANT, weil sie dieses Tier als ein Wesen mit grossem Geist kennengelernt haben, denn dieses Tier, der sogenannte ELEPHANT, hat ein enorm grosses Erinnerungsvermoegen, aufgrund dessen er den Namen EL-E-PHANT=ER-IST-GEIST (GROSSER GEIST) traegt.

      Frei denken das heisst auch und insbesondere sich um die Wahrheit zu bemuehen, denn die Wahrheit ist das Befreiende, denn Irrtum, Luege und Betrug resultieren aus der Angst etwas zu verlieren und haben mit Freiheit nichts zu tun.
      Wer also frei sein will, der muehe sich um die Wahrheit. Und wer sich als Freigeist oder Freidenker bezeichnet, der bemuehe sich um die Wahrheit, der muss zur Wahrhheit und Wahrhaftigkeit positiv stehen, der muss den Willen zur Wahrheit haben, ansonsten ist er kein wirklicher Freigeist, kein Freiheitskaempfer.
      Er muss kritikfaehig auch gegenueber seinen eigenen Werten und Vorstellungen sein, die sich durch seine Erziehung, Kultur, Mentalitaet usw. ergeben haben, denn freier Geist und freies Denken, heisst ja nicht sich jeglicher Luege, jeglichen Irrtums, jeglicher Art von Betrug/Selbstbetrug zu bedienen und darin seine Freiheit zu sehen und zu finden.

      Und wem die Wahrheit aber scheissegal oder gleichgueltig ist, der kann kein Freigeist sein, der ist gefangen in der Luege und dem Irrtum und sucht sich seine Freiheiten in seinen sinnlichen Wohlgefuehlen und ist von daher Materialist, ist materialistisch anstatt geistig.
      Und also kann einem Freigeist oder Freidenker die Wahrheit nicht scheissegal sein, denn die Wahrheit ist es, die von den Irrtuemern und Luegen befreit und mittels KRITIK oder SELBSTKRITIK Luegen und Irrtuemer offenbart. Und das ist Teil von Freiheit, sich und andere nicht mit Luegen, Betruegereien und Irrtuemern zu schuetzen und es auch nicht zuzulassen, dass andere sich damit schuetzen, denn als Belogener und Betrogener und in den Irrtum durch andere Gefuehrter ist man nicht frei, sondern z. B. in falschen Vorstellungen gefangen und damit zwangslaeufig zu falschen Handlungen veranlasst.
      Eine geschminkte Frau z. B. hinterlaesst ein falsches Bild, hinterlaesst Irrtum, Luege und Betrug mit ihrer vorgetaeuschten Erscheinung, durch die man dann in einem Irrtum gefangen ist. Von daher ist das ganze Styling uebel und negativ und psychologisch betrachtet Ausdruck von Angst.
      Nicht die Wahrheit ist da der Schutz, sondern der Betrug, die Luege, die Taeuschung.
      Da ist kein SEIN, da ist nur TRUG und SCHEIN.

      Derartige Psychen sehen ihre Freiheit in ihrem sinnlichen Wohlbefinden, welches sie sich durch Luege und Betrug verschaffen, nicht faehig sich selbst so zu ertragen wie sie wirklich sind, sind sie Verkoerperung von Luege und Betrug und aufgrund ihrer Geistlosigkeit auch nicht faehig mit Kritik und Diskriminierung umzugehen, sinnliche Negativpsychen und Kapazitaeten, nicht faehig Wahrheit zu ertragen.

      Ohne den Geist der Wahrheit aber kann niemand analytisch korrekt kritisieren oder sich selbst analysieren und Selbstkritik ueben.
      Nur die Wahrheit – und das ist logisch – kann von der Luege und vom Irrtum befreien, kann also letztlich auch nur vom Selbstbetrug und Betrug befreien und dazu bedarf es – und das ist wiederum logisch – des Willens zur Wahrheit, des Willens zur Selbstkritik und Kritik, des Willens zur Selbstanalyse und Analyse, des Willens zur Selbsterkenntnis, zur Erkenntnis ueberhaupt und also auch zur Psychoanalyse.

      Wo dieser Wille nicht dauerhaft vorhanden ist, da kann kein Freigeist sein, und da verbleibt der Freidenker in der Oberflaechlichkeit.
      Und weil der Geist der Wahrheit und damit der Wille der Wahrheit zur Wahrheit im Menschen als reale Kraft wirkt, befreit diese Kraft auch von der existenzialistischen Angst und also dem negativen materialistischen Ego und erzeugt also innere Befriedigung und bewirkt dadurch Frieden, so dass nicht nur Luege, Irrefuehrung, Taeuschung, Betrug etc. bewaeltigt werden, sondern auch die Gier, das sexuelle und materielle Begehren und damit Raub- und Mordwille und letztlich das was den Unfrieden und Krieg erzeugt.
      Man beseitigt bzw. verliert so das existenzialistische materialistische, vegetative, sensuelle, animalische Ego und erlangt das goettliche Wahrheitsego und wird damit faehig zu wirklicher Freundschaft und Liebe unter Gleichen, Edlen, die dann in absoluter WAHRHEIT eine unaufloesliche REINE EINSHEIT, SEINSHEIT bilden.
      ( Buddha Siddhartha Gautama nannte diesen Prozess, den Durst nach dem Leben erloeschen, das Abbauen der existenzialistischen Gier, das Abbauen des Materialismusses, das Erloeschen der Sexualitaet, der Triebfeder der Gier.)

      NUR DER MEISTER ERKENNT DEN MEISTER, NUR DER EDLE DEN EDLEN, NUR DER HEILIGE DEN HEILIGEN, NUR DER FREIE DEN FREIEN, UND NUR DER HERR DEN HERRN.

      Wer aus der Wahrheit ist, der gesellt sich zur Wahrheit, wer aus dem Existenzialismus ist, der gesellt sich zu den Existenzialisten, wer aus der Wahrheit ist, der sucht seine Anerkennung in und durch die Wahrheit und nicht durch die Belobigungen und Ehrungen von Existenzialisten.
      Und darum interessiert der Applaus und das Bravo und die Ehrung der Geistlosen, der Gemeinen, wie sie sie nennen, nicht.
      Ihre Werte sind unwert, ihr Schmuck ist der Schein und nicht das SEIN, solche koennen Freunde nicht sein.
      Ein wirklicher Freigeist und Freidenker muss immer den Willen zur Wahrheit haben, ansonsten kann er kein wirklicher Freigeist oder Freidenker sein.
      Die Wahrheit, der Geist der Wahrheit ist der freie Geist, ist absolut reines SEIN, und darum macht die Wahrheit frei, autonom, anarche.
      Der Freigeist muss sein Fundament in der Wahrheit haben, so dass der Freigeist genau betrachtet Geist der Wahrheit, Wahrheitsgeist ist. Und dieser Geist ist der Faktor und die Kraft zur Befreiung des Menschen.

      Wer durch seine Volks- oder Staatsangehoerigkeit zu einem Staatswesen (Tier) gehoert, der kann kein Freier sein.
      Ein wirklich Freier hat keine Volks- oder Staatsangehoerigkeit, er unterwirft sich keiner vorgegebenen Verfassung oder Ordnung, und ein wirklich Freier heiratet auch nicht, weil dies eine Bindung ist und somit Unfreiheit beinhaltet.
      Staats-an-ge-hoerig.-.der Tenor liegt auf dem Wort hoerig, besagt staatshoerig, verfassungs- und autoritaetenhoerig, ansonsten ist man naemlich autonom und folglich dessen staatsfeindlich anstatt staatshoerig.
      Gustav Staedtler
      02.2013

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s